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Birgit Lange

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Das von uns erstellte Faltblatt zu diesem Thema können Sie jederzeit in unserer Praxis erhalten.

Stottern
Stottern ist eine Unterbrechung im Redefluss, die sich folgendermaßen äußern kann :
durch Wiederholungen, z. B. "Ma-Ma-Mama, ha-ha-hast Du schon gesehen ..."
durch Dehnungen, z. B. "ich haaabe ..."
durch Blockaden vor oder während des Sprechens, z. B. "Ggguten Tag", "Kkkannst Du mal kommen?"

Häufig sind auch Mitbewegungen im Kopfbereich oder von anderen Körperteilen (z. B. Ballen der Fäuste etc.) zu beobachten.

Entwicklungsbedingte Sprechunflüssigkeiten sind "normal", treten meist im Alter von 2 bis 5 Jahren auf, bilden sich aber im Unterschied zum echten oder chronischen Stottern nach relativ kurzer Zeit wieder von alleine zurück

Chronisches Stottern

Von einem chronischen Stottern spricht man, wenn einer oder mehrere der folgenden Punkte vorliegen:
Die Sprechunflüssigkeiten bestehen länger als 6 Monate
Das Kind meidet von sich aus bestimmte Wörter, Laute, Gesprächspartner oder Sprechsituationen
Das Kind bewegt ein oder mehrere Körperteile beim Sprechen krampfartig mit (z. B. Augen, Gesicht, Hände, Füße)
Starke körperliche Anspannung beim Sprechen

Das Stottern kann sprachliche, organische und/oder psycho-soziale Ursachen haben. Wenn ein Kind nur in bestimmten Situationen unflüssig spricht, kennzeichnet dies offensichtlich eine Reaktion auf Stress, Druck, Unmutgefühl oder sonstige psychische Anforderungen.

Therapie

Bei stotternden Vorschul-/Schulkindern ist die Zusammenarbeit mit den Eltern ein unverzichtbarer Grundbestandteil der Therapie. Es ist sehr wichtig, die Eltern bzgl. der Aufklärung und Intervention zu beraten. So werden unter anderem Tipps gegeben, die die Reaktion auf das Stottern positiv beeinflussen :

Informationen für Eltern
Stottern ist keine schlechte Angewohnheit !
Elterliche Ermahnungen bringen nichts !
Eltern können dazu beitragen, daß das Stottern mehr und mehr abnimmt !
Aufregung verstärkt das Stottern !
Stottern ist ein sehr wechselhaftes Verhalten !
Stotternde Kinder sind genauso klug wie andere Kinder !
Die Ursachen des Stotterns sind bis heute nur bruchstückhaft erforscht !
Je früher die Therapie erfolgt desto größer ist die Erfolgsaussicht !
Stottern ist nicht ansteckend !
Der Umgang mit dem stotternden Kind
Die Aufmerksamkeit sollte in erster Linie dem Inhalt und nicht der Form des Gesagten gelten.
Umstände herausfinden, die für das flüssige Sprechen des Kindes günstig sind, und diese Situationen erneut herbeiführen, um dem Kind Erfolgserlebnisse verschaffen.
Ruhige Gesprächssituationen schaffen
Durch Körperhaltung und Blickkontakt sigsnalisieren, dass das Kind Ihre ungeteilte Aufmerksamkeit hat.
Die Sprechfreude fördern !
Ein gutes Sprechvorbild sein !
Gehen Sie ruhig und gelassen mit Sprechunflüssigkeiten um !

Man unterscheidet zwischen direkter und indirekter Therapie.

Direkte Therapie

Der Ansatz für eine direkte Therapie kann das Sprechmuster sein, das verändert wird.
z. B. die Veränderung

des Sprechtempos
der Sprachmelodie
der Atmung

Indirekte Therapie

Bei der indirekten Therapie setzt die Intervention nicht direkt beim Stottern an.

Zum einen werden die psychischen, physiologischen und sprachwissenschaftlichen Voraussetzungen geschaffen, um flüssiges Sprechen zu entwickeln oder zu stabilisieren.

a) Unmittelbare Behandlung des Kindes

So wird beispielsweise bei der unmittelbaren Behandlung des Kindes die Mundmotorik trainiert, um die mundmotorische Koordination zu verbessern :

Mundmotorische Übungen

Ein weiterer Ansatzpunkt ist die Verbesserung des Aufmerksamkeitsverhaltens.

Ebenso ist es wichtig, an den Einstellungen und Gefühlen anzusetzen. So soll z. B. den Kindern zu einer sachlichen Einstellung bezüglich des Stotterns verholfen werden bzw. es sollen situationsbedingte Stressfaktoren abgebaut werden.

b) Behandlung ohne das Kind

Bei einer indirekten Behandlung ohne das Kind handelt es sich um Behandlungs- und Beratungskonzepte für die Eltern. Ziel ist hier unter anderem eine Veränderung von Verhaltensweisen der Eltern, die für das Sprechverhalten des Kindes wichtig sind.

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